Mittwoch, 11. Januar 2017

Russische Cyber-Truppen und die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten

Von South Front
Übersetzt von wunderhaft


10. Januar 2017, South Front
In den Monaten nach Hillary Clintons umwerfender Niederlage gegen Donald Trump in den Präsidenschaftswahlen der VS dominierten in den Medien Meldungen über "russische Hacker". Wenn man VS-Medien glauben kann, durchzogen Horden von schicken und flauschigen Bären die Steppe der Grizzlys, um die Wahl für Donald Trump entscheiden, durch...die Aufdeckung der Korruption innerhalb der Demokratischen Partei in Hilary Clitnons Lager. Natürlich sind diese Berichte das Produkt der allerletzten Bemühungen der scheidenden Administration für den Ausbruch eines neuen "Kalten Krieges" mit Rußland, um die Aufmerksamkeit von den Schwächen der Demokraten abzulenken. Allerdings hatten sie den Nebeneffekt auf Russlands Fähigkeiten auf dem globalen Cyber-Schlachtfeld aufmerksam zu machen.

Dies ist nicht das erste Mal, daß Rußlands Cyber-Fähigkeiten ins Rampenlicht geraten. Das Konzept von den "russischen Hackern" erreichten das Bewußtsein des Westens während die NATO Serbien bombardierte und tauchten während des Konflikts mit Georgien und der Ukraine sowie mit einigen anderen Ländern unter Rußland feindlicher Führung, wie den baltischen Staaten, die sich gewohnheitsmäßig beklagen Ziel russischer Cyber-Angriffe zu sein, wieder auf.

Rußland besitzt in der Tat Cyber-Fähigkeiten. Diese Truppen von Informations-Operationen kamen offiziell im Jahr 2014 unter dem Kommando des stellvertretenden Verteidigungsministers, Pavel Popov, mit markanten Organisationen zum Einsatz, die auf technologische Entwicklung, Kommunikationssicherheit und die Rekrutierung von in Hacking-Methoden erfahrenen Experten spezialisiert sind. Die IO-Truppen erhalten auch vom Spezial-Forschungszentrum des Militärs und der Regierung Unterstützung, von Forschungsinstituten wie NII Kvant sowie speziell geschaffenen "Wissenschaftsunternehmen" aus Wehrpflichtigen und Zeitsoldaten aus der umfangreichen Hacker-Gemeinschaft, die bereits geeignete Fähigkeiten und Talente besitzen, welche bei der Entwirrung und Rückentwicklung der vom Westen gegen Rußland eingesetzte Schadsoftware helfen könnten.

Nationale Fähigkeiten für den Cyber-Krieg sind wegen des verdeckten und nicht-kinetischen Aspekts ihrer Operationen sehr schwer zu beurteilen. Allerdings weisen Indizien darauf hin, daß russische Cyber-Kräfte im Besitz anderen Ländern überlegenen, fortschrittlicher Fähigkeiten sind.

Die Darstellung von Rußland, als inkonsequentes und rückständiges Land, durch Obama und McCain ist lächerlich, wenn man bedenkt, daß es im Besitzt der für das Führen eines Cyber-Kriegs benötigten Kombination von Fähigkeiten ist: mathematisches und programmiererisches Talent. Die Fähigkeit von sowjetischen und russischen Mathematikern auf den Gebieten Kernkraft und Raumflug, in denen Russland lange weltweit führend war, ist offenkundig. Rußland beheimatet auch eine, aus reiner Notwendigkeit entstandene, anspruchsvolle Programmier-Kultur. Als die UDSSR bei der Prozessorleistung hinter die des Westens zurück fiel, zwang dieser Rückstand seine Programmierer leistungsfähige Programmcodes zu schreiben, die ohne Überlastung der begrenzten Prozessorleistung funktionierten. Diese Fähigkeit hat russische Programmierer nach dem Fall der UDSSR so hoch begehrt werden lassen.

Rußlands Fähigkeit im Cyber-Krieg werden auch durch die Tatsache belegt, daß sich nicht eine einzige Cyber-Operation auf deren staatlichen Operateure zurückführen läßt. Mit anderen Worten, wenn russische Cyber-Kräfte tatsächlich weltweit operieren, tun sie das auf eine Art, die ihren Nachweis oder zumindest ihrer Zuordnung trotzt. Ebenfalls offenkundig ist, daß die VS-Regierung sich als äußerst vorsichtig bei der Eröffnung eines Cyber-Konflikts mit Rußland erwiesen hat. Während die Obama-Administration einige alternative, angebliche "Bestrafungen" Rußlands für die "vermeintliche" Manipulation der VS-Wahlen dargelegt hat, geben ihre Beamten und Experten offen zu, daß sie sich keine russische Cyber-Vergeltungsmaßnahme gegen das wuchernde Cyber-Imperium der VS wünschen.

Das Cyber-Schlachtfeld wurde daher zu einem weiteren Gebiet, auf dem Rußland die VS, dank seiner eigenen Fähigkeiten, von Aggressionen abgeschreckt hat. Längerfristig könnte sich der Konflikt, wenn die VS-Geheimdienstgemeinschaft sich mit dieser Tatsache arrangiert hat, zu internationalen Normen führen, die den Cyber-Krieg gegen souveräne Staaten regulieren und tatsächlich verbieten. Ironischerweise war es Rußland, das konsequent ein internationales Regelwerk über die Durchführung von Cyber-Operationen vorgeschlagen hat, beginnend mit der Vorschlag eines internationalen Vertrags über Informationssicherheit aus dem Jahr 2009 und dem "Internationalen Verhaltenskodex für Informationssicherheit", der dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2011 vorgelegt worden ist. Erwartungsgemäß wurden beide von der Obama-Administration zurückgewiesen. Allerdings wurde die Ablehnung zur Umsetzung internationaler Vereinbarungen über den Cyber-Krieg seitens der VS von Edward Snowden korrekt als Zeichen ihres Wunsches zur künftigen Benutzung offensiver Cyber-Krieg-Fähigkeiten interpretiert – und später bestätigt –, möglicherweise für die Unterstützung von "Farbrevolutionen", was im Jahr 2014 zur Einführung des Begriffes, Internet der Dinge, führte. Wenn sich die Beziehungen zwischen Rußland und den VS während der Trump-Administration verbessern, wird das Ansprechen des Problems der Cyber-Kriegsführung wahrscheinlich Teil dieser Strategie sein.


Quelle: https://southfront.org/russian-cyber-troops-and-us-presidential-election/


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