Mittwoch, 19. Juli 2017

Die Atomkriegsuhr tickt: Veteranen fordern die Vereinigten Staaten zur Unterzeichnung des Vertrags zum Verbot von Atomwaffen auf

Übersetzt von wunderhaft


18. Juli 2017, Global Research 
Am 7. Juli 2017 haben die Vereinten Nationen (UN) in einer historischen Entscheidung ein rechtlich bindendes Instrument zum Verbot von Atomwaffen gebilligt, den Vertrag zum Verbot von Nuklearwaffen. Die monatelangen Verhandlungen, an denen 130 Länder beteiligt waren, gipfelten in einem abschließenden Entwurf, dem 122 Länder zugestimmt haben.

Das Übereinkommen unterstreicht "die katastrophalen Konsequenzen, die jedwedem Einsatz von Nuklearwaffen folgen würden". Es verbietet den Unterzeichnerstaaten "die Entwicklung, Produktion, Herstellung, anderweitige Beschaffung sowie den Besitz und die Lagerung von Nuklearwaffen oder sonstigen atomaren Sprengkörpern". Außerdem erklärt es, daß die komplette Beseitigung von Nuklearwaffen aus internationalen Waffenarsenalen "der einige Weg ist, der garantiert, daß Nuklearwaffen unter keinen Umständen mehr zum Einsatz kommen".

Im Einklang mit ihrem historischen Unwillen zur Aufgabe ihres enormen Atomwaffenarsenals, weigerten sich die Vereinigten Staaten den Verhandlungen beizutreten und benutzten ihren Status als einzig verbliebene internationale Supermacht zur Organisation eines Boykotts, der ca. 40 Länder beeinflußt  hat.

Die US-Botschafterin bei den UN, Nikki R. Haley, verteidigte die Abwesenheit der Vereinigten Staaten bei den Verhandlungen mit der Erklärung:
"Nichts wünschte ich meiner Familie mehr als eine Welt ohne Atomwaffen, aber wir müssen realistisch sein. Denkt hier irgendjemand, daß Nord-Korea Atomwaffen verbieten würde?"
Veterans For Peace (VFP), eine gemeinnützige Organisation, die als einzige Vertretung von Veteranen bei den UN seit 1985 für die Abschaffung von Kriegen und die Förderung des Friedens arbeitet, veröffentlichte im Gegenzug eine Erklärung, die hervorhebt, daß die Gespräche "eine Serie von verpaßten Gelegenheiten der Vereinigten Staaten darstellten, in denen sie ihre unwidersprochene militärische Macht zur Änderung des Laufs der Geschichte hätten nutzen können ... und zur Beendigung der Gefahr und des Risikos, das Atomwaffen für die Welt bedeuten".

Die Menschheit hat sich seit Ende des 2. Weltkriegs zahlreiche Male am Rand eines nuklearen Schlagabtauschs befunden, einschließlich der Situationen, in denen eine solche Entscheidung dafür nur Sekunden vor ihrer Durchführung stand. Daher lautet eine dringliche Frage, warum diese knappen Entscheidungen, ebenso wie die brutale und unnötige Vernichtung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, die ihnen vorausging, alle Regierungen nicht davon überzeugt hat, daß Nuklearwaffen eine existentielle Bedrohung für die Menschheit darstellen, weshalb die atomare Abrüstung von höchster Wichtigkeit sein muß.

Quelle: Veterans vor Peace


Die vom Bulletin of Atomic Scientits* seit 1947 geführte Atomkriegsuhr* ist ein Symbol für das Risiko globaler, vom Menschen verursachter Katastrophen, insbesonders für den Grad des Klimawandels und die Möglichkeit eines nuklearen Schlagabtauschs. Sie wird regelmäßig an die jeweils bestehenden weltweiten Bedingungen angepaßt. Gegenwärtig steht die Uhr auf zweieinhalb Minuten vor Mitternacht, dem höchsten Wert seit 1953, dem Beginn des Wettrüstens zwischen den Vereinigten Staaten und der ehemaligen Sowjetunion.

Sicherlich hat sich die Möglichkeit eines Nuklearkriegs durch die unvorhersehbar waghalsige Politik von Präsident Donald Trump erhöht, der bezüglich Atomwaffen einmal gesagt hat:
"Warum können wir sie nicht benutzen, wenn wir sie haben?"
Das ist die Art irrationalen Denkens, auf die sich Albert Einstein, dessen Relativitätstheorie zum Bau der Atombombe geführt hat, bezogen haben mag, als er die Welt im Jahr 1946 vor den Tragödie warnte, welche die Nukleartechnologie mit sich bringen würde:
"Die entfesselte Kraft des Atoms hat alle Sicherheit in unseren Denkgewohnheiten verändert, und deshalb bewegen wir uns auf eine beispiellose Katastrophe zu."
Frühere weltweite Bemühungen zur Verhinderung des Gebrauchs von Atomwaffen, einschließlich des Teststopankommens* (PTBT) von 1963, haben Atomwaffentests eingeschränkt aber nicht beseitigt. Der Kernwaffenteststopp-Vertrag* (CTBT) von 1996 würde "alle Atomwaffentests oder jede andere Nuklearexplosion" verbieten. Allerdings haben die Vereinigten Staaten und andere Nationen, wie Indien, Nord-Korea und Pakistan, ihn, trotz ihrer Unterschrift, nie ratifiziert. Der Atomwaffensperrvertrag* (NPT) von 1968, der von fast allen Nationen, einschließlich den Vereinigten Staaten, unterzeichnet worden ist, hat verfügt, daß alle Vertragspartner die nukleare Abrüstung "nach Treu und Glauben" verfolgen. Obwohl die relative Effektivität des NPT und das Ende des Kalten Krieges den weltweiten Bestand um einen beträchtlichen Anteil reduziert hat, befinden sich immer noch ungefähr fünfzehntausend Atomsprengköpfe im Besitz von neun Nationen. Zwei dieser Nationen – die Vereinigten Staaten und Rußland – besitzen über neunzig Prozent davon.

Die Welt hat nun den allerersten Vertrag zur Abschaffung aller Nuklearwaffen, und die Vereinigten Staaten halten stur an ihrer Mißachtung der Möglichkeit von Frieden fest. In einer von den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und Frankreich gemeinsam herausgegebenen Erklärung erklären diese drei Nationen, daß sie " beabsichtigen den Vertrag weder zu unterzeichnen, noch ihn zu ratifizieren oder gar Vertragspartner zu werden" und behaupten, daß "diese Initiative die Realitäten der internationalen Sicherheitslage klar mißachtet".

Die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit und die Artenvielfalt auf unserem gemeinsamen Planeten ist, abgesehen vom Klimawandel, eine Welt, in der auch weiterhin Nuklearwaffen existieren.

Dennoch entwickeln die Vereinigten Staaten neue, genauere und tödlichere Nuklearwaffen, während sie "Raketenabwehrsysteme" stationieren, die einen nuklearen Erstschlag eher möglich und wahrscheinlicher machen, anstatt in gutem Glauben über deren Reduktion und letztlich ihre Vernichtung zu verhandeln.

Die andauernden Kriege der Vereinigten Staaten in Afghanistan und dem Mittleren Osten, besonders in Syrien schaffen, gemeinsam mit der militärischen Haltung gegenüber Rußland und China, Bedingungen, die nur zu leich einen katastrophalen Nuklearkrieg auslösen können. Veterans For Peace bleibt seiner Verpflichtung zur Transformation der von globaler Dominanz geprägten Militärstrategie und Außenpolitik der Vereinigten Staaten zu globaler Zusammenarbeit treu. Diese Arbeit beinhaltet, die Vereinigten Staaten davon zu überzeugen sich wieder zur UN-Charta zu bekennen, welche militärische Interventionen verbietet und Respekt vor der Souveränität aller Nationen verlangt.

Eines der Grundprinzipien von Veterans For Peace ist die Forderung nach der Beendigung des Wettrüstens, was zur endgültigen Abschaffung von Atomwaffen führt. Die Kampagne von VFP zur Abschaffung von Atomwaffen ist ein Teil dieser Bemühungen. Verschiedene beachtliche Ausdrucksformen dieser Kampagne schließen eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Stellungnahme ein, die eine Abschaffung von Atomwaffen zu unseren Lebzeiten fordert. Anfang dieses Jahres hat VFP den von Senator Markey (District-Massachusetts) und dem Abgeordneten Lieu (District-California) eingebrachten Restricting First Use of Nuclear Weapons Act of 2017 unterstützt. Die Unterstützung des historischen Anti-Atomkraft-Segeboots, Golden Rule, einem nationalen Projekt von VFP ,setzt sich mit der derzeitigen Reise entlang der Westküste fort, die den UN-Vertrag unterstützen soll. VFP hat auch an dem Women’s March to Ban the Bomb teilgenommen, der in New York sowie weltweit stattgefunden hat.

Die nächst Hürde ist, alle übrigen Nationen zur Unterzeichnung des Vertrages zu bewegen. Der Vertrag wird auf der Gerneralversammlung der UN am 20. September 2017 allen Staaten zur Unterzeichnung zur Verfügung stehen. Er wird nach seiner Ratifizierung durch 50 Länder innerhalb von 90 Tagen in Kraft treten.

Wir leben bestimmt in gefährlichen Zeiten, aber solche Gefahren können das kollektive Bewußtsein bündeln und neue Möglichkeiten für einen wahren Wandel schaffen, wenn Aktivisten und Organisatoren bereit sind die Gelegenheit zu nutzen.

Laßt uns die Generation sein, welche Nuklearwaffen endgültig abschaffen wird. Es geht nicht nur um Frieden und Gerechtigkeit; es geht um das Überleben allen Lebens auf der Erde.

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Brian Trautman und Gerry Condon dienen im Vorstand von Veterans For Peace (VFP) und Samantha Ferguson ist Programm- und Veranstaltungskoordinatorin im nationalen Büro von VFP. Um mehr über VFP zu erfahren, besuchen Sie https://www.veteransforpeace.org/.


Quelle: http://www.globalresearch.ca/the-doomsday-clock-is-ticking-veterans-call-on-u-s-to-sign-the-treaty-on-the-prohibition-of-nuclear-weapons/5599966


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1 Kommentar:

  1. Washington - bezw. Israel - wird dieses Abkommen niemals Unterzeichnen ! Diese "AFFEN" brauchen diese W-affen um einander zu Drohen - wie Dumme Jungs - und ausserdem werden ja auch diese "Hinterfotzigen" Depleated Uranium Munitions Geschosse hergestellt welche jedem -der davon getroffen wird - einen schönen Tod-sicheren "Krebs" bescheren !!! Diese "Personen" sind allesamt GEISTESKRANK - dieses hat PUTIN sehr Richtig Gesagt - und gehören in KL -KZ !!!!

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