Montag, 25. September 2017

Die Kurden: Historischer Rückblick auf die tatsächlichen Gründe ihrer Staatenlosigkeit

Von Sarah Abed
Übersetzt von wunderhaft


24. September 2017, THE RABBIT HOLE
Kurden verlassen am 28. März 1991 die Stadt Kirkuk. Die irakische Armee hatte die Region, die von kurdischen Rebellen gehalten worden war, bombardiert. (AP Photo/str) 1991

Die Kurden stellen die weltweit größte Gruppe von Nomaden dar, die seit Anbeginn der Zeit staatenlos geblieben sind. Diese Tatsache hat es den westlichen Mächten erlaubt die mißliche Lage der "Staatenlosigkeit" des kurdischen Volkes als Instrument zur Destabilisierung und Eroberung des Irak und Syriens zu benutzen, an deren Erdöl- und Gasvorkommen die Kolonialmächte gewaltiges Interesse haben.

Die von den VS angeführte Koalition von Kriegsverbrechern benutzt Teile der kurdischen Bevölkerung in Syrien, um ihr Ziel, die Zerstörung der durch ihren demokratisch gewählten Präsidenten, Bashar al-Assad, regierten nicht kriegerischen, demokratischen syrischen Nation, zu erreichen.

Washington ist bemüht in einem Land Sektiererei und ethnische Spaltungen zu erzeugen, die es dort vor dem vom Westen angezettelten Krieg nicht gegeben hat

Allerdings, weisen Kurdologen diese Darstellung zurück, weil sie nicht zu ihrem Geschichtsverständnis paßt, wonach den Kurden ab einem gewissen Zeitpunkt ein Staat zusteht. Laut den meisten demographischen Quellen beträgt ihre geschätzte Bevölkerungszahl 30 Millionen Menschen. Sie weisen auch die Vorstellung zurück, daß sie als Spielfiguren benutzt werden.

Auf die Frage, wo die autonome Regierung für die Unterstützung durch die Vereinigten Staaten und anderer Supermächte "die Grenze ziehen" würde, antwortete der Führer der Partei der Demokratischen Union (PYD), Salih Muslim Muhammad: "Unsere Garantie ist unsere Mentalität. Es hängt davon ab wie inwieweit wir unser Volk ausbilden und organisieren. Wenn wir unsere Moral und Ideologie verteidigen, können uns größere Mächte nicht als Spielfiguren benutzen".

Das Sykes-Picot-Abkommen, das offiziell als Kleinasien-Vereinbarung bekannt ist. war eine geheime Übereinkunft zwischen  dem Vereinigten Königreich und Frankreich, der das Russische Reich zugestimmt hat. Es legte die Grenzen für Länder wie Syrien, den Irak und Jordanien fest, jedoch hatten die Kurden nur wenig oder gar keinen Einfluß darauf. Die wichtigsten Ziele des Abkommens bestanden in der Stärkung des Einflusses und der Macht Frankreichs und Britanniens. Die Kurden haben erklärt, daß ihnen in dieser Zeit Land zugesagt worden ist, sie aber in letzter Minute von den Verhandlungen ausgeschlossen wurden.

Die Geschichte der Kurden im 20. Jahrhundert ist gekennzeichnet durch ein wachsendes Nationalbewußtsein mit dem Fokus auf das Ziel der Errichtung eines unabhängigen Kurdistans gemäß des Vertrags von Sèvres. Ländern wie Armenien, der Irak und Syrien war es möglich die Eigenstaatlichkeit zu erreichen, jedoch war das künftige Kurdistan der Errichtung des durch Mustafa Kemal Ataturk neu gegründeten Türkei im Weg. Kurdistan hat schlicht nie existiert.

Die einzigen Gebiete im Mittleren Osten, wo es den Kurden möglich war einen gewissen Anschein von rechtlicher Unabhängigkeit zu erreichen, ist die Autonome Region Kurdistan (KGR) im Irak – wo Minderheiten, dank neuer Gesetze, unter besonderem Schutz stehen – und Israel.

Als Ergebnis dieser Ungleichheit, zwischen den von Kurden besiedelten Gebieten und deren politischen und administrativen Grenzen in der Region, kann es bezüglich der Grenzen keine generelle Übereinkunft unter den Kurden geben.

Allerdings ist der Vertrag von Sèvres nicht umgesetzt und vom Vertrag von Lausanne aufgehoben worden. Im Juli 1923 einigte man sich auf die derzeitige irakisch-türkische Grenze.

Der durch Artikel 63 des Vertags von Sèvres  garantierte vollständige Schutz und die Sicherheit der assyrisch-chaldäischen Minderheit wurde durch den Vertrag von Lausanne aufgehoben.

Bemerkenswert ist, daß die irakischen Kurden auf umfangreichen Erdölfeldern ansässig sind. In der Provinz, al-Hasaka* – welche die Kurden, gemeinsam mit der dort von ihnen selbsternannten Hauptstadt, Qamischli*, unrechtmäßig als ihr Territorium beanspruchen – befinden sich auch die ertragreichsten Erdölquellen Syriens. Es ist daher kein Zufall, daß die Kurden von den Vereinigten Staaten Geld erhalten.


Versuche die geographische Geschichte umzuschreiben


Etwa 30 Millionen Kurden leben hauptsächlich in Bergregionen der heutigen Staaten Iran, Irak, Syrien und der Türkei. Sie sind der Welt größte nomadische Bevölkerungsgruppe ohne einen souveränen Staat. Die Kurden sind allerdings nicht monolitisch, und Stammeszugehörrigkeit sowie politische Interessen treten häufig an die Stelle einer einigenden, nationalen Zugehörigkeit.

Einige Kurden, besonders jene, die in urbane Zentren, wie Istanbul, Damaskus und Therheran, ausgewandert sind, haben sich dort integriert und assimiliert, während viele jener, die in ihren angestammten Ländern geblieben sind, eine strenge Vorstellung ihrer besonderen kurdischen Identität pflegen.

Eine kurdische Diaspora von schätzungsweise zwei Millionen Menschen konzentriert sich hauptsächlich in Europa, mit über einer Million allein in Deutschland.

Diese Migrationswanderer haben niemals und zu keinem Zeitpunkt ihrer Geschichte ihr eigenes Land besessen, sondern sind immer Teil eines größeren Landes oder Reiches gewesen, daß sie aufgenommen und ihnen Zuflucht gegeben hat.

Die Version der geschichtlichen Ereignisse, welche die Kurden vortragen, steht in krassem Gegensatz zu der von den meisten Historikern unterstützten Darstellung. Dies hat sich als Streitpunkt zwischen den Kurden und den Staatsangehörigen anderer Länder erwiesen.

Die Kurden behaupten beispielsweise durch die gesamte Geschichte hindurch überfallen und besetzt worden zu sein.

Hier ist ein Beispiel für ihren Versuch die Geschichtsschreibung an ihre Darstellung anzupassen: "Das Kurdengebiet hat eine lange Liste von Eindringlingen und Eroberern gesehen. Die alten Perser vom Osten, Alexander der Große vom Westen, muslimische Araber im 7. Jahrhundert vom Süden, die Mongolen im 13. Jahrhundert vom Osten, die mittelalterlichen Perser vom Osten und im 16. Jahrhundert die osmanischen Türken vom Norden sowie zuletzt die Vereinigten Staaten mit ihrem Einmarsch in den Irak im Jahr 2003."

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Sahra Abed ist unabhängige Journalistin und politische Kommentatorin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Aufdeckung von Lügen und Propaganda in den Nachrichten der Mainstream Medien, besonders bezüglich der Innen- und Außenpolitik im Mittleren Osten. Sie beteiligt sich an verschiedenen Radiosendungen, der Veröffentlichung von Nachrichten und Gesprächsforen. Für Medienanfragen ist sie unter sarahabed84 [at] gmail.com zu erreichen.


Quelle: https://sarahabed.com/2017/09/22/the-kurds-historical-revisionism-and-the-real-reasons-they-have-remained-stateless/


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