Samstag, 16. September 2017

Wer regiert Amerika?

Von Prof. James Petras via Global Research
Übersetzt von wunderhaft


Die Machtelite in Zeiten von Trump


5. September 2017, Global Research

In den vergangenen Monaten sind verschiedene politisch, ökonomisch und militärisch konkurrierende Branchen –  eindeutig identifizierbarer ideologischer und ethnischer Gruppen – deutlich erkennbar in den Zentren der Macht aufgetaucht.

Wir können einiger der relevanten, miteinander konkurrierenden und verflochtenen Abteilungen der Machtelite identifizieren:

1. Vertreter des Freien Marktes, mit der allgegenwärtigen Gegenwart der ´Israel First´ Clique.

2. National denkende, mit rechtsextremen Ideologien verknüpfte Kapitalisten.

3. Mit sowohl der Nationalen Sicherheit und dem Apparat des Pentagon als auch mit der Verteidigungsindustrie verbundene Generäle.

4. Dem weltweiten Kapital verbundene geschäftliche Eliten.

Dieser Essay versucht die Quellen der Macht zu definieren und ihre Rangordnung sowie deren Einfluß zu beurteilen.

Die wirtschaftliche Machtelite: Vertreter von Israel First und die Vorstände der Wall Street


Die Vertreter von ´Israel-Zuerst´ dominieren über die wirtschaftlichen Spitzenpositionen innerhalb des Trump-Regimes uns befinden sich, interessanterweise, unter den lautstärksten Gegnern der Administration. Diese umfassen: die Vorsitzende der Federal Reserve, Janet Yellen, sowie ihren Stellvertreter, Stanley Fischer, einen israelischen Staatsbürger und ehemaligen (sic) Gouverneur der Bank of Israel.

Jared Kushner (Bild rechts), Präsident Trumps Schwiegersohn und orthodoxer Jude, ist dessen Spitzenberater in Fragen zum Mittleren Osten. Kushner, ein Immobilien-Mogul aus Jersey hat sich selbst zum Erzfeind der ökonomischen Nationalisten in Trumps innerem Zirkel erklärt. Er unterstützt jede Macht- und Landübernahme im Mittleren Osten und arbeitet eng mit David Friedman, dem US-Botschafter in Israel (und fanatischem Unterstützer illegaler jüdischer Siedlungen) sowie Jason Greenblatt, Sonderbeauftragter für internationale Verhandlungen, zusammen. Mit drei, die Mittelost-Politik bestimmenden, Vertretern von ´Israel First´ existiert nicht der Hauch einer Chance für Ausgewogenheit.

Der Finanzminister ist Steven Mnuchin, ein ehemaliger Vorstand bei Goldman Sachs, der dem neo-liberalen Flügel der Vertreter des Freien Marktes im Wall Street-Sektor innerhalb des Trump-Regimes vorsteht. Gary Cohn, ein langjähriger, Vertreter der Wallstreet, ist Direktor des National Economic Council. Gemeinsam sind sie die Haupt-Geschäftsberater und führen die neo-liberale, anti-nationalistische Trump-Koalition an, um eine nationalistische Wirtschaftspolitik zu unterminieren.

Eine einflußreiche Stimme im Amt des Generalstaatsanwalts ist Rod Rosenstein, der Robert Mueller zum Sonderermittler ernannt hat, was zur Entlassung der Nationalisten aus der Trump-Administration geführt hat.

Der abgehobene Gottvater des anti-nationalistischen Mnuchin-Cohn-Teams ist Lloyd Blankfein, der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs. Die ´Drei Israel-First Schmierenbanker´ sind die Speerspitze bei der Deregulierung des Bankensektors, welche die Wirtschaft verwüstet und im Jahr 2008 zur Zwangsvollstreckung von Millionen amerikanischer Hausbesitzer und Unternehmen geführt hat.

Die Elite von ´Israel-First´ und des Freien Marktes ist über das gesamte herrschende politische Spektrum, einschließlich hochrangiger Demokraten im Kongreß, verteilt, und wird vom Führer der Senatsminorität, Charles Schumer, und dem demokratischen Kopf des Justizausschusses im Repräsentantenhauses, Adam Schiff, angeführt. Die ´Israel Firster´ der Demokratischen Partei haben sich mit ihren Brüdern des Freien Marktes zur Förderung von Untersuchungen und Kampagnen gegen Trumps Unterstützer einer nationalistischen Wirtschaft in den Massenmedien sowie deren letztlicher Entfernung aus der Regierung verbündet.

Die militärische Macht: Die Generäle

Die militärische Machtelite hat erfolgreich die Macht über wichtige Entscheidungen des gewählten Präsidenten übernommen. Während früher die Macht über die Kriegsführung beim Präsidenten und dem Kongreß lag, wird die Militärpolitik, die Entscheidung über Kriegsgebiete und die Durchsetzung der fortschreitenden Militarisierung der eigenen Polizeiarbeit heute von einer einer Gruppe fanatischer Militaristen ausgeübt und vollzogen. Trump hat wesentliche Entscheidungen an jene übergeben, die er liebevoll ´meine Generäle´ nennt, während er selbst Vorwürfen über Korruption und Rassismus ausweicht.

Trump hat den Vier Sterne General, James ´Mad Dog´ Mattis (pensionierten General des US-Marinecorps) – ein General, der den Krieg in Afghanistan und im Irak angeführt hat – zum Verteidigungsminister ernannt. Mattis, (zu dessen ´Triumphen´ die Bombardierung einer großen Hochzeitsgesellschaft im Irak zählt) leitet die Kampagne zur Eskalation der US-Militärintervention in Afghanistan – einem Krieg und Besatzung, die Trump während seines Wahlkampfs noch offen verurteilt hat. Als Verteidigungsminister drängte General ´Mad Dog´ den wenig begeisterten Trump dazu eine Erhöhung US-Bodentruppen und Luftangriffe in ganz Afghanistan anzukündigen. Seinem oft propagierten Kampfnamen entsprechend, ist der General ein rabiater Verfechter eines Nuklearschlags gegen Nordkorea.

Generalleutnant H. R. McMaster (ein aktiver Drei Sterne General und langjähriger Befürworter der Ausweitung der Kriege im Mittleren Osten und in Afghanistan) wurde zum nationalen Sicherheitsberater, nachdem Trumps Verbündeter, Generalleutnant Michael Flynn, der die Konfrontation und Sanktionen gegen Rußland und China abgelehnt hat, entfernt worden war. McMaster war das Instrument zur Entfernung von ´Nationalisten´ aus Trumps Administration und schließt sich dem Drängen von General ´Mad Dog´ nach einer Ausweitung der Stationierung von US-Truppen in Afghanistan an.

Generalleutnant John Kelly (pensionierter General des US-Marinecorps), ein weiterer Kriegsveteran aus dem Irakkrieg und begeisterter Anhänger von Regime-Changes im Mittleren Osten wurde nach der Amtsenthebung von Reinice Priebus zum Stabschef im Weißen Haus ernannt.

Die Administrations-Troika der drei Generäle teilen sich mit den neoliberalen ersten leitenden Beratern von Trump, Stephen Miller und Jared Kushner, eine tiefe Feindschaft gegen den Iran und die gänzliche Billigung der Forderung des israelischen Premierministers, Netanyahu, nach einer Kündigung des im Jahr 2015 mit Teheran geschlossenen Nuklearabkommens.

Trumps militärisches Direktorium garantiert, daß die Finanzierung der Kriege in Übersee nicht von Budgetkürzungen, Konjunkturflauten und selbst nationalen Katastrophen betroffen sein wird.

Die ´Generale´ sowie die Israel First Freimarktler und die Elite der Demokratischen Partei haben den Kampf gegen die ökonomischen Nationalisten geführt und erreicht, daß das Gebäude des ökonomischen Imperiums der Obama-Ära erhalten blieb und sogar gewachsen ist.

Die nationalistisch ökonomische Elite

Der führende Stratege und Ideologe von Trumps nationalistischen Verbündeten im Weißen Haus war Steve Bannon. Er war der politische Chefarchitekt und Trumps Berater während des Wahlkampfs. Bannon entwickelte eine Wahlkampagne, die inländische Hersteller und amerikanische Arbeiter im Gegensatz zu den Vorstellungen der Wall Street und der multinationalen Anhängern des Freien Marktes favorisiert hat. Er hat Trumps Attacke auf die globalen Handelsabkommen entwickelt, die zu dem Abfluß von Kapital und der Zerstörung der produzierenden Industrie in den Vereinigten Staaten geführt haben.

Gleichbedeutend, gestaltete Bannon Trumps frühe öffentliche Opposition gegen die jährlich 15 Milliarden Dollar teure Intervention in Afghanistan und die noch kostspieligere, von den Israel-Firstern favorisierte Serie an Kriegen im Mittleren Osten, einschließlich des andauernden Stellvertreter-Söldnerkriegs zum Sturz der säkular-nationalistischen syrischen Regierung.

Innerhalb der ersten 8 Monate der Trump-Administration, gelang es den vereinten Kräften der ökonomischen und militärischen Elite des Freien Marktes, den Anführern der Demokratischen Partei und den offenen Militaristen in der Republikanischen Partei sowie deren Verbündeten in den Massenmedien Bannon seines Amtes zu entheben – und die Basis der Massenunterstützung für seine nationalistische Agenda von ´America First´ und gegen ´Regime-Wechsel´ zu marginalisieren.

Das Bündnis gegen Trump wird nun die noch in der Regierung verbliebenen Vertreter des Vorrangs der nationalen Ökonomie aufs Korn nehmen. Diese umfassen: den Direktor der CIA, Mike Pompeo (rechts), der einen Protektionismus durch die Schwächung der asiatischen- und NAFTA-Handelsabkommen bevorzugt und Peter Navarro, dem Vorsitzenden des White House Trade Council. Pompeo und Navarra sehen sich einer starken Opposition durch die aufsteigenden neoliberalen, zionistischen Troika gegenüber, die nun über das Regime Trumps dominiert.

Außerdem gibt es da noch den Handelsminister, Wilbur Ross, ein Milliardär und ehemaliger Direktor der Rothschil Inc., der sich mit Bannon bei der Gefährdung der Einfuhrquoten verbündet hat, um das enorme Handelsdefizit der Vereinigten Staaten mit China und der EU anzugehen.

Ein weiterer Verbündeter ist der Handelsbeauftragte der VS, Robert Lighthizer, ein ehemaliger Militär- und Geheimdienstanalyst mit Verbindungen zu Breitbarts Newsletter. Er ist ein harter Gegner der neoliberalen Globalisten innerhalb und außerhalb des Trump-Regimes.

Trumps´Chef-Berater´und Redenschreiber, Stephen Miller, ist ein aktiver Förderer des Einreiseverbots für Muslime und strikterer Einwanderungsbeschränkungen. Miller repräsentiert den Bannon-Flügel von Trumps eifriger pro-Israel Kohorte.

Sebastian Gorka, Trumps stellvertretender Abgeordneter für militärische und geheimdienstliche Fragen, war eher Ideologe als Analyst, der für Breitbart geschrieben hat und auf Bannons Empfehlungen ins Amt befördert worden ist. Unmittelbar nachdem Bannon entfernt worden war, haben die ´Generäle´ Gorka Anfang August nach Beschuldigungen wegen ´Anti-Semitismus´ ausgeschaltet.

Alle noch Verbliebenen unter Trumps ökonomischen Nationalisten sind durch den Verlust Bannons, der die Führung und Richtung vorgab, deutlich im Nachteil. Obwohl die meisten von ihnen einen gesellschaftlichen und ökonomischen Hintergrund haben, sind auch sie in einigen Fragen einerseits mit der militärischen Elite und andererseits mit den israelfreundlichen Vertretern der Freien Marktes verbunden. Allerdings sind ihre grundlegenden Überzeugungen von Bannon geformt und festgelegt worden.

Die geschäftliche Machtelite


Der Vorstandsvorsitzende von Exxon, Rex Tillerson (links), Trumps Außenminister sowie der ehemalige Gouverneur von Texas und Energieminister, Rick Perry, führen die Business-Elite an. Währenddessen hat die mit der Business-Elite assoziierte produzierende Industrie der Vereinigten Staaten nur wenig direkten Einfluß auf deren Außenpolitik. Während sie bezüglich der Innenpolitik den Vertretern der Freien Marktes der Wall Street folgen, sind sie der militärischen Elite untergeordnet und nicht mit dem ideologischen Kern von Steve Bannon verbündet.

Trumps Business-Elite, die keine Verbindungen zu den ökonomischen Nationalisten im der Trump-Administration unterhält, ist den Verbündeten und Kontrahenten in Übersee ein eher sympathisch.

Analysis and Conclusion

Die Machtelite trennt die Parteizugehörigkeit, die Regierungsressorts und die ökonomischen Strategien voneinander. Sie ist nicht auf eine politische Partei, ob nun republikanisch oder demokratisch, beschränkt. Sie umfasst die Vertreter des Freien Marktes, einige ökonomische Nationalisten, politische Akteure der Wall Street und Militaristen. Sie alle konkurrieren und kämpfen innerhalb dieser Regierung um Macht, Wohlstand und Vorherrschaft. Die Korrelationen der Kräfte sind flüchtig, und wechseln innerhalb kurzer Zeit häufig – was den Mangel an Zusammenhalt und Kohärenz innerhalb des Trump-Regimes widerspiegelt.

In der Machtelite der VS haben im ersten Jahr eines neuen Regimes, hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Richtung, noch nie solch monumentale Veränderungen stattgefunden.

Während der Präsidentschaft Obamas, haben sich Wall Street und Pentagon  die Macht komfortabel mit den Milliardären von Silicon Valley und der Massenmedien geteilt. Sie waren in der Umsetzung einer imperialen Strategie der Globalisten vereint, die zahlreiche Kriegsschauplätze und multilaterale Handelsabkommen hervorhob, welche im Prozeß der Reduzierung von Millionen amerikanischen Arbeitnehmern zur permanenten Unterstützung geworden sind.

Mit der Amtseinführung Präsident Trumps, sieht sich die Machtelite Herausforderungen und dem Aufstieg einer neuen strategischen Konfiguration gegenüber, die nach drastischen Veränderungen in der Wirtschafts- und Militärpolitik der Vereinigten Staaten verlangen.

Der Architekt von Trumps Wahlkampf und Strategie, Steve Bannon, hat für die Verdrängung der globalen wirtschaftlichen und militärischen Elite und deren Bündnis mit den ökonomischen Nationalisten, den Arbeitern in der produzierenden Industrie und der protektionistischen Business-Elite geworben. Bannon drängte auf einen deutlichen Bruch mit der Politik der durch zahlreiche, dauerhafte Kriege zugunsten der Expansion des heimischen Marktes gekennzeichneten Politik Obamas. Er hat vorgeschlagen die Truppen abzuziehen und die US-Militäroperationen in Afghanistan, Syrien und dem Irak zu beenden und eine Kombination aus erhöhtem ökonomischem, politischem und militärischem Druck auf China zu auszuüben. Er verlangte die Sanktionen gegen sowie die Konfrontation mit Moskau zu beenden und wirtschaftliche Verbindungen zwischen den großen Energieproduzenten in den Vereinigten Staaten und Rußland aufzubauen.

Während Bannon der ursprüngliche Chefstratege des Weißen Hauses war, sah er sich sehr bald mit mächtigen Rivalen innerhalb des Regimes, leidenschaftlichen Gegnern unter den demokratischen und republikanischen Globalisten und besonders mit zionistischen Neoliberalen konfrontiert, die systematisch danach strebten ökonomische und politische Positionen innerhalb des Regimes zu besetzten. Anstatt zu einer kohärenten Plattform zur Formulierung neuer, radikal-ökonomischer Strategien, hat sich die Trump-Administration in ein chaotisches und bösartiges ´Terrain für Streitigkeiten´ verwandelt. Die ökonomische Strategie Bannons hat kaum Chancen gehabt.

Die Massenmedien und Agenten innerhalb des Staatsapparats, die mit Obamas permanenter Kriegsstrategie verknüpft waren, haben zunächst die von Trump empfohlene Versöhnung mit Rußland angegriffen. Um jede Form der ´Deeskalation´ zu unterminieren, haben sie die russische Spionage- und Wahlmanipulationsverschwörung zurechtgebastelt. Ihr erster erfolgreicher Schlag galt Generalleutnant Michael Flynn, Bannons Verbündeter und Hauptverfechter einer Umkehr von Obamas/Clintons Politik der militärischen Konfrontation mit Rußland. Flynn wurde sehr bald vernichtet und in einer angestachelten Hysterie, die jener in der Blütezeit der McCarthy-Ära* glich, offen mit Strafverfolgung als ´russischer Agent´ bedroht.

Wirtschaftliche Schlüsselposten innerhalb des Trump-Regimes wurden zwischen den neoliberalen Vertretern von Israel First und den ökonomischen Nationalisten aufgeteilt. Mit der Formulierung neuer Handelsbeziehungen mit der EU und China zugunsten der produzierenden Industrie der VS versuchte der ´Geschäftemacher´, Präsident Trump, die der Wall Street verbundenen neoliberalen Zionisten den ökonomischen Nationalisten, die mit Trumps Wählerschaft aus der Arbeiterklasse verbunden waren, nutzbar zu machen. Wegen der unvereinbaren Differenzen zwischen diesen Kräften, schwächte Trumps ´Deal´ Bannon, untergrub seine Führerschaft und ruinierte seine nationalistische ökonomische Strategie.

Während Bannon sich verschiedene wichtige wirtschaftliche Amtsträger gesichert hatte, untergruben die zionistischen Neoliberalen deren Autorität. Die Kohorte aus Fischer, Mnuchin und Cohn gelang die erfolgreiche Durchsetzung einer konkurrierenden Strategie.

Die gesamte Elite des Kongresses aus beiden Parteien hat sich vereint, um die Agenda von Trump und Bannon lahmzulegen. Die mächtigen Massenmedien dienten dienstbeflissenen Ermittlern aus Kongreß und FBI, beim Aufbauschen jeder Nuance von Trumps Rulandbeziehungen auf der Suche nach einer Verschwörung, als ein mit Hysterie und Gerüchten gefülltes Megaphon. Der gemeinsame Apparat aus staatlichem Kongreß und den Medien überwältigte die unorganisierte und unvorbereitete Massenbasis von Bannons vereinter Wählerschaft die Trump ihre Stimme gegeben hatte.

Vollkommen geschlagen zog sich der zahnlose Präsident Trump auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Machtkonfiguration zurück, und übergab sein Tagesgeschäft an ´seine Generäle´. Der gewählte, zivile Präsident der Vereinigten Staaten nahm das Streben ´seiner Generäle´ nach einem neuen militärisch-globalistischem Bündnis und der Esskalation militärischer Drohungen besonders gegen Nordkorea, jedoch auch gegen Rußland und China an. Umgehend wurde Afghanistan zum Ziel für eine ausgedehnte Intervention.

Trump hat Bannons nationalistische Wirtschaftsstragegie durch das Wiedervelebens von Obamas Konzept der zahlreichen Kriege ersetzt.

Das Trump-Regime nahm die Angriffe auf Afghanistan und Syrien wieder auf – Obamas bodenlose Verwendung von Drohnen gegen vermutliche muslimische Milizen. Er intensivierte die Sanktionen gegen Rußland und den Iran, billigte Saudi-Arabiens Krieg gegen das jemenitische Volk und übergab die gesamte Mittelost-Politik an seinen ultra-zionistischen politischen Berater, (den Immobilien-Mogul und seinen Schwiegersohn) Jared Kushner und den US-Botschafter für Israel, David Friedmann.

Trumps Rückzug hat sich in eine groteske Schlappe verwandelt. Die Generäle umarmten die neoliberalen Zionisten im Finanzministerium und die globalistischen Militaristen im Kongreß. Der Kommunikationsdirektor, Anthony Scaramucci wurde entlassen. Trumps Stabschef, Joe Kelly, hat Steve Bannon entfernt. Sebastian Gorka wurde hinausgeworfen.

Die acht Monate interner Kämpfe zwischen den ökonomischen Nationalsten und den Neoliberalen waren vorbei: Nun wird die Machtelite von zionistischen Globalisten im Bündnis mit Trumps Generälen dominiert.

Trump bleibt nichts übrig, als sich verzweifelt an die neue Konfiguration anzupassen, die aus einem Bündnis seiner eigenen Widersacher im Kongreß und den fanatischen Trump-feindlichen Massenmedien besteht.

Da die ökonomischen Nationalisten alles andere als stark geschwächt worden waren, verantstaltete die Machtelite eine Serie von, durch die Medien aufgeblasenen, Ereignissen rund um einen lokalen Schlagabtausch in Charlottesville, Virginia, zwischen ´weißen Rassisten´ und ´Antifaschisten´. Nachdem es bei der Konfrontation zu Toten und Verletzten gekommen war, haben die Medien Trumps unbeholfenen Versuch, beide, der mit ´Baseballschlägern´ bewaffneten Seiten zu beschuldigen, als Beweis für die Beziehungen des Präsidenten zu Neo-Nazis und dem KKK benutzt. Alle Neoliberalen und Zionisten innerhalb der Trump-Administration vereinten sich daraufhin zu einem Angriff auf den Präsidenten, bei dem sie seine Unfähigkeit, die Rechtsextremisten unmittelbar und unmißverständlich für das Blutvergießen zu verurteilen, gebrandmarkt haben.

Trump wendet sich nun in einem verzweifelten Versuch mit Versprechen von massiven Steuersenkungen und der Deregulierung des gesamten privaten Sektors an die Zweige der Elite aus der Geschäftswelt und dem Kongresses, um deren schwindende Unterstützung  nicht zu verlieren.

Bei der entscheidenden Frage ging es weder um die eine oder andere politische Richtung oder gar Strategie.

Trump hatte bereits sämtliche Verbindlichkeiten verspielt. Die ´Endlösung´ für die Wahl Donald Trumps schreitet kontinuierlich voran – seine Amtsenthebung und mögliche Festnahme mit allen verfügbaren Mitteln.

Was uns der Aufstieg und Fall des ökonomischen Nationalismus in der ´Person´ Donald Trumps sagt ist, daß das politische System Amerikas keine kapitalistischen Reformen duldet, welche die imperialistische Machtelite der Globalisten bedrohen könnte.

Autoren und Aktivisten waren gewohnt zu denken, daß demokratisch gewählte sozialistische Regime zum Ziel systematischer Staatsstreiche werden würden. Heute sind die politischen Grenzen weit restriktiver. Der Ruf nach einem vollständig in das kapitalistische System eingebetteten´ökonomischem Nationalismus´ und die Suche nach wechselseitigen Handelsabkommen ist die Einladung für rigorose politische Angriffe, zusammengetrommelte Verschwörungen und interne militärische Übernahmen, die im ´Regime Change´ enden.

Die Säuberungsaktionen gegen ökonomische Nationalisten und Kriegsgegner durch die global-militaristische Elite wurde, mit wenigen nennenswerten Ausnahmen, durch die gesamte Geschichte der VS unterstützt. Zum ersten Mal in der Geschichte ist die Linke zu einer organisierten Waffe der Kriege befürwortenden, Wall Street-freundlichen, pro-zionistischen Rechten bei der Kampagne zur Vertreibung von Präsident Trump geworden. Lokale Bewegungen und Anführer haben sich, unbeschadet, mit Gewerkschaftsfunktionären, Bürgerrechts- und Einwanderungspolitikern, Liberalen und Sozialdemokraten im Kampf zur Wiederherstellung der schlimmsten aller Welten vereint: der Politik des permanenten Kriegs, eskalierender Konfrontationen mit Rußland, China, Iran und Venezuela und Trumps Deregulierung der US-Ökonomie sowie massiven Steuersenkungen für das Big Business von Clinton-Bush-Obama/Clinton

Wir sind einen langen Weg rückwärts gegangen: von Wahlen zu Säuberungsaktionen und von Friedensverhandlungen zu polizeistaatlichen Ermittlungen. Die heutigen ökonomischen Nationalisten werden als ´Faschisten´ bezeichnet, und vertriebene Arbeiter sind ´die Bedauernswerten´!

Amerikaner haben viel zu lernen und zu verlernen. Unser strategischer Vorteil mag in der Tatsache liegen, daß das politische Leben in den Vereinigten Staaten nicht schlimmer werden kann – wir haben wirklich den Boden erreicht und können (außer im Falle eines Atomkriegs) nur noch nach oben schauen.

Das verwendete Bild stammt von The Unz Rewiew.

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 James Petras ist Autor von mehr als 62, in 29 Sprachen übersetzten Büchern und über 600 Artikeln in wissenschaftlichen Fachmagazinen, einschließlich bei  the American Sociological Review, dem British Journal of Sociology, dem Social Research und dem Journal of Peasant Studies. Er hat mehr als 2000 Artikel in nicht wissenschaftlichen Journalen. wie der New York Times, dem Guardian, der Nation,dem Christian Science Monitor, bei Foreign Policy, New Left Review, dem Partisan Review, bei TempsModerne und Le Monde Diplomatique veröffentlicht und seine Kommentare werden im Internet weit verbreitet.

Zu den Herausgebern seiner Bücher zählen Random House, John Wiley, Westview, Routledge, Macmillan, Verso, Zed Books und Pluto Books. Er hat im Jahr 2002 den Career of Distinguished Service Award von der marxistischen Abteilung der American Sociological Association sowie den Robert Kenny Award für das beste gewonnen Buch und im Jahr 1968 die beste Dissertation der Western Political Science Association geschrieben. Seine zuletzt erschienenen titel umfassen Unmasking Globalization: Imperialism of the Twenty-First Century (2001); co-author The Dynamics of Social Change in Latin America (2000), System in Crisis (2003), und er war Co-Autor von Social Movements and State Power (2003),  Co-Autor von  Empire With Imperialism (2005) und  Co-Autor von Multinationals on Trial (2006).

Wer ist der sozialen Gerechtigkeit traditionell verpflichtet und im Besonderen 11 Jahre mit dem besonders mit den brasilianischen Landless Workers Movement. Von 1971-76 war er Mitglied des Bertrand Russell Tribunal on Repression in Latin America. Erschreibt eine monatlich erscheinedne Kolumne für die mexikanische Tageszeitung, La Jornada, und früher für die spanische Tageszeitung, El Mundo. Er erhielt seinen B.A. von der Boston Uiversity und seinen Ph.D. von der University of California at Berkeley.


Die Originalquelle des Artikels ist: http://petras.lahaine.org/?p=2153

Quelle: https://www.globalresearch.ca/who-rules-america-2/5608802


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