Donnerstag, 5. Oktober 2017

Syrien: Die kurdische SDF und Daesh – eine von den Vereinigten Staaten geweihte, unheilige Allianz

Von Sarah Abed
Übersetzt von wunderhaft





Nach sechs Jahren Tod und Vernichtung, die das Ergebnis einer sorgfältig berechneten und ausgeführten Invasion sowie eines inszenierten Kriegs gegen den souveränen Staat, Syrien, gewesen sind, kehrt in den meisten Teilen des Landes ein Gefühl von Normalität zurück. Viele Zivilisten sind in den von der Regierung gehaltenen Gebieten in ihre Häuser zurückgekehrt und leben, abgesehen von der Bedrohung durch Anschläge von einer der vielen in dem Land eingebetteten Terrorgruppen, ein möglichst normales Leben.

Obwohl die syrische Regierung und die Menschen überall versuchen das zu reparieren, was der Westen und seine Verbündeten zerstört haben, bleibt der Umstand, daß Syrien nach wie vor in einen vom Ausland importierten, andauernden und illegitimen Krieg verwickelt ist, bestehen.



Der berüchtigte kurdische Terrorist, "Abu Aisha Al-Kurdi", hat westlich von Mahkhmur ein Selbstmordattentat gegen die Armee des #Iraq verübt. (Bildquelle Haidar Sumeri on Twitter)


3. Oktober 2017, THE RABBIT HOLE
In einem letzten Versuch den Krieg in Syrien weiterzuführen und all die Fortschritte, die bei der Rückkehr zur Stabilität des Landes erzielt worden sind, zu vernichten, stellen die Vereinigten Staaten ihre sie stellvertretenden  Terroristen ´am Boden´ zusammen, um eine beachtliche Streitmacht gegen die Syrisch Arabische Armee und ihre Verbündeten zu aufzustellen. Zeugenaussagen, Bilder, Untersuchungen und Überzeugungen haben die von mir und anderen nahen Beobachtern des Syrien-Konflikts zuvor aufgestellte Behauptung, daß es zwischen der SDF und anderen Terroristengruppen in Syrien eine Zusammenarbeit gibt, bestätigt. Obwohl angesehene Quellen den Beweis für die Existenz solcher unorthodoxen Partnerschaften erbracht haben, wurden diese von der internationalen Gemeinschaft meist ignoriert. Ich habe in früheren Artikeln auf diese Bündnisse aufmerksam gemacht, wofür dieser Artikel ein Beispiel ist.

Die kurdischen Verbindungen zu Daesh (ISIS) ist von Bedeutung und der Rede wert. Kurdische Bündnisse mit bewaffneten Terroristengruppen in Syrien – besonders mit Dasch – sind sehr deutliche Anzeichen für die Absichten von extremistischen, separatistischen kurdischen Milizen, wie YPG und PKK, ihre ideologische Vorstellung von einem unabhängigen Kurdistan innerhalb der Grenzen des souveränen syrischen Staats zu verwirklichen. Diese Formen der Zusammenarbeit sind auch ein klarer Hinweis darauf, daß die Vereinigten Staaten gewillt sind unorthodoxe Bündnisse zu schließen, wenn sie zur weiterer Instabilität und Spaltung in der Region führen.

Die SDF besteht mehrheitlich aus der kurdischen YPG-Miliz, die im März 2016 einhellig die Föderalisierung der von ihr "Rojava" oder dem "westliches Kurdistan" genannten Region erklärt hat. Die Führer der SDF haben erklärt, daß sie versuchen werden die mehrheitlich arabische Stadt Rakka zu annektieren, wenn es ihnen gelingt sie zu befreien. Im Juni 2017 waren die Kurden aktiv und an massenhaften ethnischen Säuberungen von Arabern aus Rakka beteiligt, um, nach ihrer bevorstehenden Einnahme, den Weg für die Annexion der Stadt für ihre einseitig erklärte "Föderation" zu ebnen.

Die Zusammenarbeit der SDF mit Daesh


Der auffälligste, bemerkenswerte Widerspruch der angeblich Unahbhängigen "Revolution" der Kurden  ist die ihre Zusammenarbeit innerhalb der SDF mit den Vereinigten Staaten bei der so genannten "Operation Inherent Resolve", was der offizielle Name für deren Operationen gegen Daesh ist. Zur selben Zeit jedoch läßt, laut Sergej Surowikin, dem Kommandeur der russischen Streitkräfte in Syrien,  die VS-geführte Koalition, einschließlich bewaffneter kurdischer Einheiten, "Milizen der Terrorgruppe des Islamischen Staats entkommen, anstatt sie zu töten".

"Anstatt die, an der Ermordung Hunderttausender syrischer Zivilisten schuldigen, Terroristen zu töten, trifft die VS-geführte Koalition, gemeinsam mit den (Syrischen) Demokratischen Streitkräften geheime Absprachen mit Anführern von ISIL, welche die Gebiete, die sie besetzt hatten kampflos aufgeben und sich in Provinzen begeben, in denen die Syrischen Streitkräfte aktiv sind", sagte er.

Sputnik Arabien war es möglich mit Husma Shaib, einem syrischen Experten für bewaffnete Gruppen in Syrien, zu sprechen, der erklärt hat, warum die SDF mit der al-Nusra Front vergleichbar ist, und was das tatsächliche Ziel ihrer Operationen ist.


Die lockere Koalition aus syrischen Rebellengruppen, einschließlich kurdischer Gruppen, die als Demokratische Kräfte Syriens bekannt sind, wird von den Vereinigten Staaten bewaffnet, ausgebildet und unterstützt.

"In Syrien betrachten wir diese Streitkräfte als illegitime Militärverbände, die außerhalb des gesetzlichen Umfelds operieren. Es sind dieselben Terroreinheiten wie al-Nusra und Daesh. Die Demokratischen Kräfte Syriens koordinieren ihre Aktivitäten nicht mit der Syrischen Armee. Wir betrachten sie als Terroristen", sagte Shaib zu Sputnik.

Die Führer der SDF haben erklärt, daß sie versuchen werden die mehrheitlich arabische Stadt Rakka zu annektieren, wenn es ihnen gelingt sie zu befreien. Im Juni 2017 waren die Kurden aktiv und an massenhaften ethnischen Säuberungen von Arabern aus Rakka beteiligt, um, nach ihrer bevorstehenden Einnahme, den Weg für die Annexion der Stadt für ihre einseitig erklärte "Föderation" zu ebnen.

Über jüngere Beispiele für die Zusammenarbeit zwischen den kurdisch geführten SDF und Daesh ist von zahlreichen Quellen berichtet worden. Zwei dieser Beispiele werden im Folgenden aufgeführt.

Almasdar News berichtete am 26. September 2017:
Soeben wird auf sozialen Medien ein Video veröffentlicht, welches das Interview eines ISIS-Kämpfers aus Deir ez-Zor zeigt, der zugibt, daß es den terroristischen Streitkräften von ihren Kommandeuren verboten worden ist von den Vereinigten Staaten unterstützte, von Kurden geführte Milizen anzugreifen. Der Interviewte, Mohammed Moussa al-Shawwwakh, sagt, daß seiner Gruppe, welche den Auftrag hat die Region um Conoco-Ölfelder zu verteidigen, befohlen wurde das Eindringen kurdischer Kräfte in das Kampfgebiet zu erlauben. Der Befehl stamme, wie er sagt, von einem leitenden Emir (Führer) der Region, namens Abu Zaid. Nach seiner Überzeugung, so der ISIS-Kämpfer weiter, wurde den syrischen Kräften zur Produktion von Propagandavideos auch erlaubt weitere Gas- und Ölfelder in der Region zu betreten.

Mohammed beendet das Interview mit der Aussage, daß er mit Sicherheit weiß, daß die Vereinigten Staaten versuchen eine Allianz zwischen den kurdischen Streitkräften und ISIS in der Provinz, Deir ez-Zor, zu herbeizuführen, um angestrengte Bemühungen der syrischen Armee zur Befreiung der Region zu unterminieren.
Der Autor and Journalist Brandon Turbeville schrieb am  28. September 2017:
Am 24. September hat das russische Verteidigungsministerium möglicherweise bestätigt, wovon viele, mit der Syrienkrise vertraute, Journalisten seit langem berichten: Das die Vereinigten Staaten, genauso wie ihre Demoktratischen Kräfte Syriens, direkt mit dem ISIS am Boden zusammenarbeiten. Das russische Verteidigungsministerium hat Photos veröffentlicht, die angeblich US-Truppen zeigen, welche Seite an Seite mit ISIS gegen russische und syrische Streitkräfte arbeiten.

Warum treten Kurden Daesh bei?




Vor über einem Jahr haben sich kurdische Kräfte zur Verteidigung gegen die blutigen Angriffe von Daesh vereint. Wie also ist es Daesh dennoch gelungen Hunderte junger Kurden zu rekrutieren, um gegen ihre eigenen Familien für das Kalifat zu kämpfen?

"Es gibt kurdische Familien in Halabja, deren Söhne sind im IS [Daesh] und deren Herzen sind gebrochen, aber ich werde niemals zu ihren Begräbnissen gehen", sagt die trauernde Mutter von Kaihan Borhan, einem Kurden, der im Kampf mit den Peshmerga gegen Daesh gefallen ist. Ihre Familie ist bestürzt darüber, daß die Menschen, die seinen Tod zu verantworten haben, kurdische Nationalisten sein könnten.

"Ich habe einen Freund, dessen Bruder im Kampf für ISIS gefallen ist", sagte Kaihans Bruder. "Ich habe nie um ihn getrauert und mein Freund erträgt es nicht mit in die Augen zu schauen." Hier können wir den Weg zum Extremismus sehen, den viele Kurden eingeschlagen haben. Die Unzufriedenheit mit dem kurdischen Geheimdienst, Asayîş* Verurteilung der Muslime und die Trauer der Einheimischen werden von  Daesh unter Verwendung der von Khattab Al-Kurdi und seiner Saladin Brigade erstellten Propaganda geschickt ausgenutzt.

"Mit Gottes Erlaubnis werden wir den Samen des Kalifats in unserem Land legen", sagte Khattab, der einer der eloquentesten Kräfte war, um die Kurden in das Kalifat zu locken. Selbst mit dem Bericht über Khattabs Tod, erschien die Abnahme des drohenden Beitritt weiterer Kurden zu Daesh, mit einem neuen kurdischen Imam, der die Rhetorik weiterhin verwandte, unwahrscheinlich.

Im Jahr 2014 schrieb Associated Press folgende Zeilen über einige Kurden, die Daesch unterstützt haben und ihm beigetreten sind:
"Laut kurdischen und syrischen Verantwortlichen, helfen ethnische Kurden Mitgliedern des Islamischen Staats im Kampf um die syrisch-kurdische Stadt, Kobane, indem sie ihnen ihr Wissen um die örtlichen Gegebenheiten sowie die Sprache mitteilen. Unklar ist wie viele Kurden die geschätzten 3.000 Milizen des Islamischen Staats in der Region Kobane unterstützen – und gegen ihr kurdischen Brüder kämpfen –, Aktivisten jedoch sagen, daß sie eine große Rolle in dem 7 Wochen alten Konflikt nahe der türkischen Grenze spielen.

Ein Spitzen-Kommandeur der Extremisten in der Stadt, ist ein Iraker, der unter dem Kampfnamen Abu Khattab bekannt ist, unterstützt sie in dem Kampf gegen ihre kurdischen Landsleute. Verantwortliche der führenden syrisch Kurdischen Kräfte, die als Volksverteidigungseinheiten oder YPG bekannt sind, sagen, daß sie sich schon früh der Kurden unter den mehrheitlich sunnitischen muslimischen Extremisten bewußt gewesen sind"..."Mustafa Bali, ein kurdischer Aktivist in Kobane, sagte, daß die Extremisten des Islamischen Staats sich durch die Teilnahme kurdischer Kämpfer erhoffen die Herzen der syrischen Kurden in der Region zu gewinnen. "Daesh versucht den Menschen in Kobane zu erzählen, daß er sie und ihre Kämpfer, einschließlich der Kurden, nicht als Gegner betrachtet", sagte Bali.

Die Kurden verkaufen Waffen, die sie von Deutschland für den Kampf gegen Daesh erhalten haben



Reporter der deutschen Fernsehsender NDR und WDR haben in den nördlichen irakischen Städten, Erbil und Sulaymniyah, verschiedene G3 Sturmgewehre und eine P1 Pistole gefunden, die alle mit der Gravur "BW", für Bundeswehr, versehen waren.

Die Waffen stammen angeblich aus einer Beständen, welche die deutsche Regierung an die kurdische Atonomieregierung im Nordirak geliefert hatte. Die Waffen waren für den Einsatz im Kampf gegen Daesh bestimmt. Verschiedene Mitglieder der deutschen Parteien die GRÜNEN und die LINKE haben im Parlament seit langem ihre Besorgnis darüber geäußert, daß die an die Peshmerga gelieferten Waffen in falsche Hände gelangen könnten.

Es hat verschiedene glaubhafte Berichte darüber gegeben, daß, seit der Bildung der von den Vereinigten Staaten angeführten Militärallianz zur Unterstützung des Kampfes gegen Daesh in Syrien und dem Irak, Waffen aus amerikanischen Lieferungen in die Hände nicht verbündeter Milizen und sogar an Daesh selbst gelangt sind.

Die Vereinigten Staaten haben die Kurden bewaffnet, seit sie ihnen am 10. Oktober 2015 bei der Errichtung der Demokratischen Kräfte Syriens geholfen haben. Die Vereinigten Staaten benötigten eine Gruppe innerhalb Syriens, die zwar gegen Daesh kämpfen aber nicht so extremistisch wie die Freie Syrische Armee sein würde, deren Verbindungen zu Al-Qaida aufgedeckt worden sind.

Omid Kabar, ein Kommandeur der von den Vereinigten Staaten unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SFD) sagte am 1. Oktober 2017, wie South Front meldete, auf dem Begräbnis eines SFD-Kämpfers, der in Rakka getötet worden ist, daß die SGD der syrischen Regierung weder al-Tabqah noch sonst irgendeine Region übergeben werden.
"Das Regime sagt, daß wir unsere Regionen oder al-Tabqah der Armee des Regimes übergeben werden ... Unsere Leute müssen begreifen, daß wir in den fünf Jahren unserer Revolution als Volksverteidigungseinheiten und nach unserem Bündnis mit anderen Gruppen der Demokratischen Kräfte Syriens nicht eine Handbreit unseres Landes übergeben haben... Wir werden es niemals übergeben. Unser Gesetz ist klar. Das Land, das mit dem Blut unserer Märtyrer getränkt ist, gehört den Menschen, und wir werden es an keine Macht aushändigen", sagte Kabar.
Die Vereinigten Staaten haben erklärt, daß der Hauptgrund ihrer Anwesenheit in Syrien die Bekämpfung von Daesh sei, aber ihr Verhalten zeigt etwas anderes. Ihre wahre Mission ist die Destabilisierung des Landes durch die Unterstützung der Kurden über die SDF und andere bewaffnete Oppositionskräfte bei der Befreiung des Landes, die als Druckmittel in künftigen Verhandlungen benutzt werden können.

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Sahra Abed ist unabhängige Journalistin und politische Kommentatorin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Aufdeckung von Lügen und Propaganda in den Nachrichten der Mainstream Medien, besonders bezüglich der Innen- und Außenpolitik im Mittleren Osten. Sie beteiligt sich an verschiedenen Radiosendungen, der Veröffentlichung von Nachrichten und Gesprächsforen. Für Medienanfragen ist sie unter sarahabed84 [at] gmail.com zu erreichen.



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