Freitag, 6. Oktober 2017

Syrien: Rußland warnt die Vereinigten Staaten zum 3. Mal vor der Zusammenarbeit mit Terroristen

Von Moon of Alabama
Übersetzt von wunderhaft


5. Oktober 2017, Moon of Alabama 
Die Syrische Armee befand sich auf ihrem Weg über den Euphrat, um die Öl- und Gasfelder östlich von Deir ez-Zor zu befreien, als die Vereinigten Staaten sich diesem Schritt entgegenstellten. Sie sandten einen kleinen Trupp arabischer Stammes-Söldner, die vormals Verbündete des Islamischen Staats (ISIS) gewesen sind. Diese Stellvertreterkräfte kamen aus nördlicher Richtung und gelangten ohne zu kämpfen und ohne Verluste bis an die Stadtmauern von Deir ez-Zor.
Die Syrische Armee war dabei den Wettlauf zu gewinnen, als sie damit begann den Euphrat zu überqueren. Plötzlich wurde sie jedoch von einem Großangriff von Al-Qaida im Süden der Provinz Idlib überrascht. In dieser Region hat sein Monaten Ruhe geherrscht. 29 russische Soldaten, welche die Deeskalationszone überwachten, sind von Kräften der Al-Qaida beinahe eingeschlossen worden. Sie sind nur entkommen, nachdem die Linien von Al-Qaida in einer Nothilfeaktion gesprengt worden sind. Das russische Verteidigungsministerium beschuldigte die Vereinigten Staaten die Position des Zuges an Al-Qaida verraten zu haben.

Kurz darauf geriet ein russischer General, der die Stadt Deir ez-Zor besucht hat, um den Brückenbau über den Euphrat zu beaufsichtigen, unter heftigen, gezielten Mörserbeschuß durch den Islamischen Staat. Hierbei sind der General sowie zwei weitere hochrangige Offiziere wurden getötet worden. In all den Jahren der Kämpfe um Deir ez-Zor ist ISIS nie zu solch präzisen Schlägen fähig gewesen. Irgendwer musste Verbindung zu den Terroristen aufgenommen und ihnen die genaue Position des örtlichen Hauptquartiers sowie den Zeitpunkt des Truppenbesuchs des russischen Generals verraten haben.

Eine Woche später konzentrierte ein Großaufgebot von ISIS Angrffe auf die Hauptversorgungsstraße zwischen Palmyra und Deir ez-Zor. Sie versuchen das zwischen den beiden Städten gelegene al-Sukhah zurückzuerobern. Das russische Verteidigungsministerium behauptet, daß der ISIS-Kräfte die Angriffe aus der südlich von al-Tanf gelegenen Region, nahe der jordanischen Grenze, ausgeführt hat, die sich unter der Kontrolle der US-Armee befinden. Sollte ISIS al Suknah erobern, wäre das syrisch-russische Kontingent von der Eroberung Deir ez-Zor abgeschnitten.

Aufgrund dieser drei Angriffe ist der syrisch-russische Vormarsch auf die im Osten gelegenen Ölfelder fast zum Erliegen gekommen. Die Stellvertreter-Kräfte der Vereinigten Staaten übernehmen nun langsam die Region.

Es erscheint offensichtlich, daß das US-Militär erneut mit den Terrorgruppen in Syrien zusammenarbeitet. Es muß zumindest einigen Informationsfluß zwischen dem US-Geheimdienst und Al-Qaida sowie ISIS geben. Es scheint, daß Daten zur Konfliktentschärfung, welche die syrisch-russische Allianz mit den US-Streitkräften in Syrien teilt, in die Hände der Extremisten gelangen. Das erklärt, wie Al-Qaida und ISIS wichtige syrische und Russische Stellungen, die nur sehr wenigen Menschen bekannt sind, so plötzlich und sehr präzise angreifen können.

Die Russen haben mehrere Male protestiert und die Vereinigten Staaten davor gewarnt ihr ruchloses Ränkespiel fortzusetzen. Die dritte ernsthafte Warnung erfolgte Gestern durch den russischen Außenminister, Lawrow, und die direkte Beschuldigung gegen das US-Militär durch den Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

In einem Interview mit der halboffiziellen saudischen Zeitung, Asharq al-Awsat, äußerte sich Außenminister Lawrow ausgesprochen freimütig (das gesamte Interview erschien nur in der arabischsprachigen Ausgabe). Interfax rekapitulierte:
"Die Aktivitäten der von den Vereinigten Staaten angeführten Kräfte in Syrien werfen eine Menge Fragen auf. In einigen Fällen haben diese Kräfte den syrischen Streitkräften vermeintlich zufällige Schläge versetzt, nach denen der Islamische Staat Gegenangriffe ausführt, in anderen Fällen haben sie andere Terroristen dazu inspiriert strategische Stellungen anzugreifen, über die das ofizelle Damaskus seine legitime Autorität wiederhergestellt hat, oder sie inszenieren verhängnisvolle Provokationen gegen unser Militärpersonal. Auch sollte ich eine Vielzahl "zufälliger" Angriffe auf die zivile Infrastruktur erwähnen, die Hunderte Zivilisten das Leben gekostet haben", sagte Lawrow in einem Interview mit der pan-arabischen Zeitung Asharq Al-Awsat vor dem russischen Besuch bei dem saudischen König, Salman al-Saud.
Diese Anschuldigungen von einer sehr hohen Ebene der russischen Föderation sollten nicht ignoriert werden. Jedoch haben die "westlichen" Medien Lawrows Anschuldigungen verschwiegen. Nur AFP griff einige Häppchen heraus, hat aber den Kernpunkt ausgelassen.

Das russische Verteidigungsministerium war sogar noch direkter:

Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte am Mittwoch, daß eine Reihe von Angriffen auf Regierungstruppen durch den Islamischen Staat in Syrien kam aus eines Region nahe der jordanischen Grenze, wo eine Militärmission der Vereinigten Staaten ansässig war.

Der Sprecher, Generalmajor Igor Konashenkow, sagte in einer Erklärung, daß die Angreifer die genauen Koordinaten der syrischen Regierungstruppen gehabt haben, welche sie nur durch Luftaufklärung erhalten haben können.

Konashenkow beschuldigte die Vereinigten Staaten eines Techtelmechtels mit den Terroristen und warnte davor, daß Rußĺand, bei ähnlichen Vorkommnissen in der Zukunft, harte Gegenmaßnahmen ergreifen wird.

Während diese Beschuldigungen in der Luft liegen, und die Beziehungen zwischen Kontingenten der Vereinigten Staaten und Rußland in Syrien sich weiterhin verschlechtern, trägt die russische Diplomatie den Sieg davon.

In der vergangenen Woche hat der russische Präsident, Putin, die Türkei besucht. (Etwa zur selben Zeit war der Chef des ägyptischen Geheimdienstes ebenfalls in Ankara. Angeblich hat er seinen türkischen Kollegen besucht. Einige Tage später besuchte er Damaskus.) Gestern ist der saudische König zu einem noch nie dagewesenen Besuch in Moskau erschienen. Währenddessen landete der türkische Präsident, Erdogan, in ungewöhnlich freundschaftlicher Atmosphäre in Teheran.

Anstatt über Diplomatie und die zunehmende Möglichkeit eines bewaffneten Konflikts zwischen Supernächten in Syrien zu berichten, fragen die US-Medien, ob Außenminister Tillerson Präsident Putin nun einen "Idioten" oder einen "verfickten Idioten" genannt hat. Zur Mitschrift – der NBC-Journalist, der Tillersons Ausbruch mitgehört hat sagt, es war "verfickter Idiot".

Es hat nun mittlerweile drei signifikante Vorfälle gegen das russisch-syrische Bündnis gegeben, in denen, laut Rußland, die Bösartigkeit der Vereinigten Staaten eine Rolle gespielt hat. Jedes Mal haben russische Behörden vor Konsequenzen gewarnt. In einem gewissen Ausmaß werden die Feindseligkeiten der Vereinigten Staaten durch Gezeter des Israelis angeregt. Jedoch zeigen die Aufzeichnungen, daß das CentCom, das Militärkommando der Vereinigten Staaten im Mittleren Osten, offene Aggressivität praktiziert und nicht immer der Linie Washingtons folgt. Für das Weiße Haus ist es höchste Zeit die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Der Bär ist ein sanftmütiges Tier. Aber er sollte nicht provoziert werden. Es besteht Grund zu der Annahme, daß die russischen Streitkräfte und ihre Verbündeten im Mittleren Osten die Fähigkeit haben das US-Militär mit unvorhergesehenen und tödlichen Schritten zu überraschen.

Sollten diese Provokationen der Vereinigten Staaten andauern, wird Moskau keine ander Wahl haben, als harte Vergeltungsmaßnahmen anzuordnen.


Quelle: http://www.moonofalabama.org/2017/10/syria-russia-issues-third-warning-against-us-cooperation-with-terrorists.html#more

zuletzt editiert: 6. Oktober 2017, 19:00 Uhr

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